Antoniol+Huber+Partner Architekten BSA / SIA - Frauenfeld | Umbau Alterszentrum Kreuzlingen
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Umbau Alterszentrum Kreuzlingen

Bestand

Das Alterszentrum Kreuzlingen, errichtet 1971-73 von den Architekten Antoniol+Huber, gehört zu den wichtigsten Bauten der Nachkriegsmoderne im Thurgau (Einschätzung Denkmalpflege Thurgau). Das folgende Projekt sieht eine Bewahrung des Baus in seinem ursprünglichen Gesamtkonzept und in seiner Gestalt, sowie eine besondere Sorgfalt im Umgang mit den massgeblichen Elementen vor.

Ausgangslage

Der Gebäudeteil Haus A West im Alterszentrum Kreuzlingen beinhaltet ein über alle Geschosse offenes Atrium mit Treppenanlage und Oblicht. Im Erdgeschoss befinden sich heute die allgemeinen Räume wie Cafeteria, Empfang, etc., welche über das Atrium mit den vier Obergeschossen verbunden sind.

Die Obergeschosse, bis vor kurzem als Altersheimabteilungen genutzt, sollen in zukunftsgerichtete Pflegestationen umgenutzt werden. Die akustischen Immissionen zwischen den Geschossen über das offene Atrium sind mit der Umnutzung nicht mehr erwünscht. Gleichzeitig sind mit dem Umbau die neuen Normen betreffend Brandschutrz und Erdbebensicherheit zu erfüllen.
Der Erhalt des wertvollen Atriums mit Treppenanlage soll sichergestellt werden.

Konzept

Von den Erdgeschossnutzungen geht potenziell die grösste Brandgefahr aus. Sie dürfen im Brandfall räumlich nicht mit den Pflegestationen verbunden sein. Die Korridorzonen in den Obergeschossen verfügen heute atriumseitig über Betonelementbrüstungen. Diese werden mit der Umnutzung durch raumhohe Abtrennungen aus Glasbausteinen ersetzt. Die Pflegestationen werden so auf einfache Art und Weise brandschutztechnisch und akustisch vom Atrium abgetrennt. Gleichzeitig fügen sich die Glasbausteine harmonisch in die Architektursprache des Bestandes ein und reflektieren das in das Atrium einfallende Tageslicht in die Pflegestationen. Einzelne, geschosshohe Verglasungen in den Glasbausteinwänden lassen weiterhin selektive Blicke auf die skulpturale Treppenanlage im Atrium zu.

Nutzungsbedingte Anpassungen

Nach der Umnutzung verfügt der Gebäudeteil Haus A West über 4 zusätzliche Pflegestationen, wobei die neue, kleinere Pflegestation im 4. Obergeschoss mit der dort vorhandenen zu einer Pflegestation zusammengelegt wird. Insgesamt werden 59 Einzelzimmer und 2 Pflegeoasen geschaffen, so dass das Alterszentrum Kreuzlingen 62 neue Pflegebetten anbieten kann. Mit den beiden Pflegeoasen wird ein bisher nicht vorhandenes Betriebskonzept für bettlägerige Bewohner umgesetzt.

Das Alterszentrum Kreuzlingen baut auf einem statischen Raster von 3m auf. Dieser definiert die Grösse der Zimmer, welche mit dem Umbau unverändert bleibt und zwischen 15 und 16m2 liegt. Die bestehenden, minimal ausgestatteten und kleinen Nasszellen in den Zimmern, müssen komplett ersetzt werden. Die neuen Nasszellen sind zwar mit 3 – 4m2 Nutzfläche nach wie vor eher klein, doch durch die grosszügige Schiebetüre kann dieser Nachteil teilweise behoben werden.

Gemeinschaftsbereich

Der vorhandene Gemeinschaftsbereich auf den einzelnen Stationen ist zu klein und muss vergrössert werden. Im Bereich der grossen Glasfuge, zwischen Alterssiedlung und dem Gebäudeteil Haus A West, wird auf jeder Pflegeabteilung ein neuer, grosszügiger Aufenthaltsbereich geschaffen. Dieser verfügt über Tageslicht und bietet Ausblicke in den westlichen Hof. Das Atrium wird in diesem Bereich dafür verkleinert. Über diesen neuen Aufenthaltsbereich ist nun innerhalb der Pflegeabteilungen ein Rundlauf um das Atrium möglich. Jede Pflegeabteilung verfügt nach dem Umbau über einen abtrennbaren Essbereich, welcher so bemessen ist, dass alle Bewohner gleichzeitig darin Platz finden. Je nach Geschoss sind diese Essbereiche unterschiedlich platziert. Im 1. und 2. Obergeschoss über dem Haupteingang, im 3. Obergeschoss direkt gegenüber dem Atrium in der Zimmerschicht und im 4. Obergeschoss als Wintergarten auf der nördlichen Terrasse. Alle Essbereiche sind gut belichtet und an attraktiver Aussichtslage.

Auftraggeber:

Genossenschaft Alterszentrum Kreuzlingen

Projekt und Ausführung

2016-2018

Projektleiter

Thomas Flämig

Mitarbeiter:

Sämi Konrad, Claudia Künzli, Rafael Kalberer